Tolle Knolle – alles rund um die Kartoffel

Tolle Knolle – alles rund um die Kartoffel

Edener Impressionen von Sabine und Robert

Von alteingesessenen Edenern konnten wir als Neu-Edener Anfang der 1990er Jahre erfahren, dass Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl das „Edener Nationalgericht“ sein soll und die mehlige Kartoffelsorte Adretta zu DDR-Zeiten die Lieblingskartoffel der Edener gewesen ist.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und deshalb bauen auch wir traditionell Kartoffeln an, probierten aber auch andere „tolle Knollen“ aus.

Unsere Saatkartoffeln beziehen wir von einem Biohof in der Altmark, wo wir sie bereits im Januar per Internet bestellen und Anfang April in einem großen Paket geliefert bekommen. Zugegeben, diese Bio-Ware ist etwas teurer als bei unseren Gärtnereien und Pflanzen-Centern, aber der feine Geschmack und gute Online-Service des Hofes haben uns überzeugt. Auch Freunde, die wir zu unseren leckeren Kartoffelgerichten einluden, sind begeistert.

Eine inzwischen allgemein sehr beliebte Sorte ist die festkochende Linda, die über viele Jahre wegen eines Rechtsstreites nicht verkauft werden durfte. Sie steht bei uns wegen des einmaligen Aromas an erster Stelle und wird von uns meistens für Bratkartoffeln (mit viel Kümmel) verwendet.
Um bereits sehr früh Kartoffeln ernten zu können, bauen wir auch die vorwiegend festkochende Sorte Leyla an und da wir sehr gern warmen fränkischen Kartoffelsalat (mit Zwiebel, Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Gemüsebrühe) essen, entschieden wir uns für die frühe und festkochende Sieglinde.
Natürlich dürfen Roberts geliebte Bamberger Hörnle aus seiner fränkischen Heimat nicht fehlen, die durch ihre rötliche Farbe und längliche Form inzwischen auch einige Edener neugierig machten.
Als Backkartoffel „ein Traum“. Schade, dass man den Geschmack nicht online stellen kann.

Ein Geheimtipp für Genießer ist aber die französische, mittelfrühe und hörnchenförmige La Ratte mit einem besonders nussigen Geschmack. Sie wird in Deutschland nur in kleinsten Mengen für den Feinschmeckermarkt angebaut.
Nun aber zu unserem Kartoffelanbau, den wir neben Äpfeln, Tomaten und Erdbeeren mit großer Leidenschaft praktizieren. Wenn wir unsere Pflanzkartoffeln vom Biohof erhalten haben, lagern wir sie noch für einige Wochen in einem warmen, hellen Raum, damit sie kräftige Keime bekommen.

Bereits im Herbst wird der Boden mit verrottetem Kompost verbessert, alle drei Jahre geben wir Pferdemist dazu, den wir von einem Germendorfer Reiterhof beziehen.

Auf diesem Bild kann man sehr gut unseren feinen märkischen Boden erkennen, der sich schnell erwärmt und zusätzlich mit Hornspänen verbessert wird.

In diesem mit Ringelblumen umrandeten Mini-Feld wachsen unsere geliebten Bamberger Hörnle, für Robert als geborener Franke ein absolutes „Must-have“.

Im großen Nutzgarten bauen wir schließlich unsere bewährten Sorten an, dazu gehören Linda, Leyla, La Ratte und Sieglinde, manchmal aber auch Mona Lisa, Blaue Schweden, Arkula sowie Belle de Fonteney. Und dann kommt endlich der Moment unserer ganz großen Freude: Die Ernte.

Nachdem wir anfangs zehn verschiedene Sorten, wohl ausgewählt nach früher, mittlerer und später Erntezeit, getestet hatten, bleiben nun neun Sorten übrig, die wir im Wechsel jedes Jahr anbauen. Wie Ihr sicher wisst, unterscheiden sich Kartoffeln auch in ihren Koch- und Verarbeitungseigenschaften und werden in fest kochende, vorwiegend fest kochende und mehlig kochende Sorten eingeteilt. Wir bevorzugen fest kochendeKartoffeln, denn sie platzen beim Kochen nicht auf, behalten ihre feste Struktur und sind für Salate, feine Bratkartoffeln oder Pellkartoffeln “mit Biss” bestens geeignet. Vorwiegend fest kochende Kartoffeln nehmen wir für Aufläufe, Eintöpfe und Gerichte mit Soße, während die mehlig kochenden Kartoffeln (dazu zählt ja auch die Adretta, sie war Kartoffel des Jahres 2009) ideal zum Stampfen, Pürieren und Zerkleinern, also für Kartoffelpüree, Klöße und Reibekuchen geeignet sind.

So, ich hoffe, dass wir Euch etwas Appetit machen konnten und da in Eden traditionell gern gesungen wird, bekommt Ihr noch ein lustiges Kartoffellied, das nach der Melodie “Auf der schwäbsche Eisebahne” angestimmt werden kann. Der Verfasser ist leider unbekannt.

 

Einstmals hat der Alte Fritze,
das sind keine faulen Witze
streng befohlen: “Jedermann
baut sofort Kartoffel an!“

Alle Menschen, groß und kleine,
leben nicht vom Brot alleine,
auch Kartoffel müssen sein,
denn die schmecken immer fein.

Montags weiß ich, was ich koche,
es ist erster Tag der Woche,
montags gibt’s Kartoffelbrei,
Speck und Zwiebeln auch dabei.

Dienstags muss ich euch vertellen,
muss ich die Kartoffel pellen,
dienstags schmeckt uns delikat
die Kartoffel als Salat.

Mittwochs wollen wir versuchen
den Kartoffel-Reibekuchen
mittwochs steh’n auf unserm Tisch
Kartoffelpuffer, kross und frisch.

Donnerstag, da mach’ ich Klöße,
alle von egaler Größe,
Donnerstag schmeckt uns famos
die Kartoffel auch als Kloß.

Freitags brauch ich die Fritteuse,
dass ich drin das Fett auflöse,
freitags gibt’s, das ist kein Witz,
die Kartoffel als Pommes frites.

Samstags essen Ruth und Stoffel
gerne unsere Bratkartoffel
samstags putzen alle weg
Bratkartoffel mit viel Speck.

Und am letzten Tag der Woche
ich mal Salzkartoffel koche,
sonntags gibt’s zum Mittagsmahl
Salzkartoffel – auch einmal.

Mancher rühmt mit vielen Worten
auch noch die Kartoffelsorten,
ob sie fest sind oder mehlig,
Namen dafür gibt’s unzählig.

Drum woll‘n wir in vielen Weisen
immer die Kartoffel preisen,
ob in Versen, im Prolog:
Die Kartoffel lebe hoch!!!