Entzückende kleine Igel

Passend zu den Igelbildern nochmal die Informationen von Cornelia über Igel und wann sie unsere Hilfe brauchen:

Igel können sich nicht ohne Hilfen aus Baugruben und Wasserbecken mit steilen Seitenwänden oder Lichtschächten befreien. Schwerwiegende und lebensbedrohliche Verletzungen gibt es durch Mähroboter und Tellersensen. Aus herum liegendem Maschendraht, Netzen und Verpackungsmüll (z. B. Kaffeebechern) können sich Igel oft nicht mehr befreien.

Gärten sind oft aufgeräumt, ohne Reisig oder Laub, mit kurz gemähtem Rasen ohne Wildblumen. Es gibt viele nicht einheimische Gewächse, die unseren Tieren keinen Lebensraum und keine Nahrung bieten.

Igel sind Insektenfresser, sie benötigen z. B. Käfer, Raupen, Regenwürmer, Ohrwürmer, Asseln und Schnecken. Diese leben u. a. im Laub, in oberen Bodenschichten und am und im Kompost-haufen. Als Nachttiere gehen Igel mit Beginn der Dämmerung auf Nahrungssuche.

Wir helfen Ihnen, wenn wir Laub unter Sträucher und Hecken harken und dort zu Kompost werden lassen. – Nicht mit Laubsaugern entfernen und – mit den darin lebenden Tieren – auch noch häckseln! Mähroboter bitte nur am Tag nutzen. Jungigel werden, ebenso wie Insekten, Frösche und Eidechsen, nicht als Hindernis erkannt und überfahren!

Igel sind Winterschläfer und verbringen die kalte Zeit in einem Winternest, z. B. unter Laub- oder Reisighaufen. – Es gibt bestimmt 2 – 3 Stellen in jedem Garten, in dem Laub aufgeschichtet und mit ein paar Zweigen abgedeckt liegen bleiben kann. – Soll ein schon länger liegender Reisig- oder Holzhaufen verbrannt werden, bitte vorher nachsehen, ob ein Untermieter einqezogen ist.

Bevor Igel in den Winterschlaf gehen können, müssen sie sich genug Gewicht angefressen haben, um diese Zeit zu überstehen. – Das wird wegen des fehlenden Nahrungsangebots immer schwieriger. – Hinzu kommt, dass ihr Stoffwechsel in milden Wintern mehr Energie verbraucht. Dadurch können sie bis zu zwei Drittel ihres Gewichts verlieren.

Die meisten Igel kommen im August zur Welt, manche erst im September. Diese schaffen es meist nicht ohne Hilfe, sich das für die Winterruhe notwendige Gewicht anzufressen. – Igel gehen in Winterschlaf, wenn die Temperaturen durchgängig unter 6 Grad liegen.

Hier hilft eine Futterstelle im Garten. – Ein Dach, eine umgedrehte kleine Kiste oder ein Futterhaus schützen die Nahrung vor Regen und Katzen. Die Öffnung sollte ca. 10 x 10 cm betragen. Als Nah-rung eignet sich Katzenfutter mit hohem Fleischanteil mit Haferflocken vermischt.

Igel gehören zu den besonders geschützten Tierarten und dürfen deshalb z. B. nicht eingefangen werden. – Es ist jedoch erlaubt, hilfsbedürftige Igel vorübergehend aufzunehmen.

Hilfsbedürftig sind verletzte oder kranke Tiereverwaiste Igelsäuglinge und Jungigel, die Anfang November unter 800 g wiegen. – Bisher ging man von 650 g aus. Doch die milder werdenden Winter führen zu einem immer größeren Gewichtsverlust während der Winterruhe, der lebens-bedrohlich werden kann. Ebenfalls Hilfe brauchen Igel, die bei Schnee und Frost aktiv sind.

Igelsäuglinge sind ein Fall für Fachleute! – Hier ist umgehend eine Igelstation oder ein Tierarzt aufzusuchen. – Als erste Hilfe sind die Babys mit einer handwarmen Wärmflasche warm zu halten. – Kein Heizkissen und keine Wärmelampe!

Igel, die am Tag unterwegs sind, haben ein Problem! – Kranke Igel sind oft tagsüber unterwegs, bewegen sich torkelnd oder liegen apathisch, sind mager mit eingefallenen Seiten und einer Einbuchtung hinter dem Kopf.

Verletzte Igel fallen z. B. durch Humpeln, unnatürliche Beulen am Körper und insbesondere an wärmeren Tagen auch durch Schmeißfliegen am Körper auf. Diese legen ihre Eier bevorzugt auf geschwächten, kranken Tieren ab. Daraus entwickeln sich schnell die Maden. – Lebensgefahr für den Igel!

Starker Zeckenbefall kann auch Hinweis auf ein durch Krankheit oder Verletzung geschwächtes Tier sein.

Benötigt ein Igel vermutlich Hilfe, sollte man ihn mit einem Handtuch oder ähnlichem – wegen der Stacheln und der Flöhe – aufnehmen und in eine große Kiste mit mindestens 50 cm Höhe (z. B. die Einkaufskisten von Kaufland oder Edeka) – erwachsene Igel können gut klettern – setzen. Dann kann man sich den Igel in Ruhe ansehen um zu entscheiden, ob er Hilfe benötigt. Sehr gut wäre es, ihn zu wiegen.

→ Braucht er Hilfe, sollte man sich an einen Tierarzt oder eine Igelstation wenden. Vorher ist zu notieren, zu welcher Zeit, an welchem Ort und aus welchem Grund der Igel aufgenommen wurde.

Nicht jeder Tierarzt hat Erfahrung mit der Behandlung von Igeln. Ich empfehle das Veterinär-medizinische Zentrum Berlin, Scharnweberstr. 136, 13405 Berlin-Reinickendorf. Es ist 24 Stunden täglich geöffnet, Tel.-Nr. 030 412 73 57.

Eine Igelstation des Arbeitskreis Igelschutz Berlin e. V. befindet sich in der Berliner Str. 79A, 13467 Berlin-Hermsdorf. Tel.-Nr. 030 404 92 51.

Frau Kohlmeyer – Lemke, Tel. 0176 4163 0898 und ich, Cornelia Grunow, 0152 3455 7569 – betreuen privat seit längerem pflegebedürftige Igel. Wir würden bei Fragen zur Hilfebedürftigkeit aufgenommener Igel beraten.

Bei Interesse an weitergehenden Informationen empfehle ich die Veröffentlichungen von Pro Igel e. V.