Der Garten von Wolfgang Walz

Zur letzten offenen Gartenrunde hatte Wolfgang Walz eingeladen.

Wolfgang ist ein konsequent ökologischer Gärtner und hat viele interessante kleine und größere Projekte in seinem Garten umgesetzt, die er uns gezeigt hat. Von einigen möchte ich berichten. Wolfgang hatte vor einiger Zeit einen Permakulturgestalungskurs gemacht, hat aber einige Zweifel an dem Konzept.  Trotzdem finde ich in seinem Garten viele Ecken, die in diesem Sinne gestaltet sind.

Kleine Totholzhecke

Bei Wolfgang wird nichts aus dem Garten abgefahren, jedes Material kann weiter nützlich sein. Hier hat er aus dem Tuja-Schnitt eine kleine Totholzhecke geschichtet. Dadurch entsteht ein geschützter Raum unter dem Kirschbaum. Der Bereich ist windgeschützt und wärmer, gleichzeitig feuchter. Im Totholz finden Insekten und kleine Tiere Zuflucht. Der Baumschnitt verrottet und wird irgendwann fruchtbarer Humus, der auf dem Beet weiterverwendet werden kann. Gleichzeitig ist es Beetbegrenzung und Wegführung.

In der Permakultur gibt es verschiedene Gestaltungsprinzipien. Dies ist ein schönes Beispiel für das Folgende: Jedes Element im Garten soll mehrere Funktionen haben.

 

Laubkompost mit Hirschkäfer

Dieser Laubkompost ist Wohnzimmer und Kinderstube für Hirschkäfer, Nashornkäfer und Co. Wolfgang bewegt ihn nicht mehr, um die Bewohner nicht zu stören.

Die Larven der großen Käfer haben einen langen Entwicklungszyklus. Sieben Jahre dauert es, bis die Engerlinge erwachsen werden. Wolfgang hatte die Käfer in der Nähe getroffen und hofft nun auf Nachwuchs.

Tomatenbaum

Unter dem Pflaumenbaum wohnen Wolfgangs Tomaten. Sie sind daran hochgebunden und gemulcht.Der Platz ist gut genutzt und der Baum bekommt eine zusätzliche Funktion. Die Tomaten werden vermutlich nicht am Edender Größenwettbewerb teilnehmen, wachsen aber gut und werden schmecken.

 

Kreislaufwirtschaft mit Hühnern

Wolfgang hat verschiedene Hühnerrassen, dies sind seine Jüngsten: Die Zwerghuhnrasse Welshumer. Obwohl die Hühner so klein sind, legen sie sehr große Eier. Die Hühner haben aber auch anderer Aufgaben. So hatten sie am Jahresanfang zwei Monate eine große Fläche im Garten als Auslauf. Hier haben Sie gescharrt, das Grün gefressen, gedüngt und sich jedes existierende Schneckenei einverleibt. Wolfgang hat die Fläche dann gehackt, geharkt und bestellt. Hier wachsen jetzt Mais, Kürbis und Zwiebel, Kartoffeln, und Baumspinat. Außerdem breitblättrige Kresse, Radieschen und Möhren.

Wolfgang träumt übrigens von einer Hühnergruppe in Eden, er möchte sich gerne besser austauschen.

 

 

Fünf Pflanzen die in jedem Garten wachsen sollten …

Wolfgangs persönliche Hitliste:

  1.  Der Wein, unaufwendig, lecker und eine Beschattung für das Haus.

2.  Die Weide, blüht früh für die Bienen.

3. Der Hollunder, dessen Blüten eßbar sind und dem große heilende Wirkung zugesprochen wird, übrigens  auch das Böse von Haus und Stall fern hält und eine Telefonleitung zu Mutter Erde hat. 🙂

4. Der überaus gesunde Grühkohl, weil man ihn immer essen kann, auch im Winter.

5. Die Brennessel, die man als Spinat essen kann, leckere Samen hat und für viele Insekten wichtig ist.

Außerdem plädiert er für Knoblauchrauke, Franzosenkraut, Löwenzahn und andere Wildkäuter.

Zierpflanzen sind seine Sache nicht. Seinen Rhododendron würde er gerne verschenken.

Das Biotop im Regenwassersickerteich

Das Regenwasser vom Dach landet in einem kleinen Biotop vorm Haus. Hier kann es versickern und zur Grundwasserbildung beitragen. Je nach Wasserstand wachsen hier die verschiedenen Pflanzen mal besser und mal schlechter. Es sind aber, wie immer bei Wolfgang auch eßbare dabei. Den hier wachsenden Wasserdost trinkt er regelmäßig als Tee und er genießt den wunderbaren Duft der Pflanze. Auch die Bienen sind hier gut versorgt.

Topfpflanzen

An relativ vielen Stellen im Garten wachsen große Bäume, die Anpflanzungen im Boden sehr schwer machen. Wolfgang hat sich dafür entschieden einige Pflanzen in Töpfen anzubauen. Zum Beispiel verschiedene Kräuter und Beerensträucher.

Klimaveränderungen

Apios

Es wird in Eden immer wärmer und trockener. Für die Kultivierung vieler Pflanzen bedeutet das mehr Aufwand. Es lohnt sich deshalb vielleicht Neues auszuprobieren. Diese Pflanze kommt aus Südamerika und wird auch Erdbirne oder Indianderbirne genannt. Sie bildet unterirdische Knollen, die eßbar sind und wie Süßkartoffeln schmecken sollen.

Es gibt eine Yaconpflanze im Kübel, dessen Knollen wie Topinambur aussehen und wie ein Obst schmecken. Diese Pflanze überwintert im Haus, die Knolle läßt sich aber gut lagern.

 

Das Lehmbecken

In einer kleinen Schalen gibt es aufgeweichten Lehm für interessierte Vögel und andere Tiere. Das Becken ist gut besucht, einmal im Jahr muß der Lehm aufgefüllt werden.

 

Wolfgangs Garten kann man immer auch bei den “Offenen Gärten” besichtigen. Er bäckt dann leckeren Kuchen und freut sich seinen Garten und seine Überlegungen mit anderen zu teilen.