Monarda, die Punklady 2023
Sie ist nicht nur die Staude des Jahres 2023, sondern die Punklady der Stauden überhaupt.
Keck sticht sie mit ihrer oft knallig farbigen Fransenfrisur aus der Blumenlandschaft heraus und lässt so manche Blütenschwester blass neben sich aussehen. Sie besticht in knalligem Pink, feurigem Kaminrot und leidenschaftlichem Violett.
Doch kann sie auch anders und bezaubert uns mit ihren leisen Tönen in Zartlila und Pastellrosa oder in einem keuschen Weiß.
Hierzulande ist sie eher unter dem Namen Indianernessel bekannt, denn die Monarda ist eine Nordamerikanerin, die von den indigenen Völkern schon als Heilpflanze geschätzt wurde.
Ihren botanischen Namen verpasste ihr Carl von Lenné, nach dem spanischen Botaniker Nicolás Monardes, der bereits 1569 auf sie aufmerksam machte.
Die ersten Exemplare ihrer Art kamen 1625 nach Paris und Mitte des 18. Jahrhunderts folgten weitere Arten nach Europa. 1765 konnte der Botanische Garten in Berlin mit dieser aufregenden bunten Schönheit glänzen.
Es gibt sie in vielen verschiedenen Sorten. Sie unterscheiden sich in Ihrem Aussehen, ihrer Wuchshöhe, ihrem Duft, ihrem Aroma, ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Mehltau und ihrer Blütezeit. Die Hauptblütezeit ist im Juli und August, aber es gibt auch Sorten, die schon im Mai begeistern und andere noch im September.
Sie mag es natürlich sonnig, nicht zu eng gepflanzt zu sein und einen nährstoffreichen lockeren Boden um die Füße zu haben.
Nicht nur wir Menschen mögen die Indianernessel, auch die Insekten sind ihr verfallen und umgarnen sie. Es summt und brummt nur so um sie herum.
Wir haben gute Erfahrungen mit der Sorte „Fishes“ gemacht. Sie blüht schon seit vielen Jahren in unserem Garten und hat sich auch richtig schön ausgebreitet, selbst unter Gehölzen. Sie ist eine der anspruchslosen Sorten dieser Gattung, verträgt den einfachen Boden, ihren Standort im Halbschatten und ist mehltauresistent.
Von einem Besuch im Karl-Foerster-Garten in Potsdam-Bornim brachten wir uns in diesem Jahr eine rotblühende Indianernessel aus der dortigen Staudengärtnerei mit, denn auch der große Gärtner und Staudenzüchter Karl Foerster wusste die Monarda zu schätzen. So eine Rote blühte schon vor über 50 Jahren im Edener Garten meiner Großeltern. Und genau die wollte ich wieder haben. Ich ging nur nach der Farbe. Sie scheint nun eher eine der Diven dieser Gattung zu sein und wir werden es ja weiterhin erleben, welche Ansprüche sie an uns und unser Gartenreich stellt.
Auch wenn die diesjährige prächtige Blütezeit der Monarden schon vorüber ist, muss ihr hier doch noch einmal der Hof gemacht werden. Immerhin ist sie ja DIE Staudenkönigin des Jahres 2023! Und das kann auch noch im kühlen Herbst gewürdigt werden.
Diese schrille farbenfrohe Blumenschönheit, die aber auch die leisen und zarten Töne kennt, hat sich einen Platz in meinem Herzen erobert. So freue ich mich schon jetzt auf ihre aufregende und bezaubernde Blütenpracht im kommenden Sommer.
In diesem Sinne grüßt euch Christiane