Rückblick Offene Gartenrunde im August

Was für ein angenehmer Sonntag! Die Temperatur hatte sich von 35 Grad am Vortag auf angenehme 25 Grad abgekühlt und der Himmel hatte das Wässern unserer Gärten nachts und in den Morgenstunden übernommen. So war Zeit für einen Ausflug. Auch Backen mussten  wir nicht, denn wir wollten ja Einkehren – ins Luch-Cafe. Und so war unsere Offene Gartenrunde erstmals ON TOUR, unterwegs nach Kremmen in den dortigen Kultur & Beeren-Garten. Es ist doch immer gut auch mal über den Tellerrand zu schauen.

Am Ortsausgang von Kremmen in Richtung Sommerfeld befindet sich unser Ziel direkt am Ruppiner Kanal gelegen. Schon am Eingang des Beerengartens empfing uns ein Pflaumenbaum mit voller Früchtepracht. Der Weg ins Cafe und zur Beerenplantage führte durch einen Selbstversorgergarten. Hier kann gegen eine Spende auch geerntet werden.

 

     

   

Gestaunt haben wir über die Vielzahl der Beerenkulturen, wie z.B.  Johannisbeeren,  Maibeeren, Japanische Weinbeeren, gewöhnliche Mahonie und Aronia in langen Reihen. Jetzt waren nur noch die Aronia erntereif, alles andere war natürlich schon abgeerntet. Auch Stein- und Kernobst, wie Birnen, Äpfel, Mispeln, Pflaumen und Pfirsiche sowie Scheinquitten und Korallen-Ölweiden wachsen hier am Kanal.

In zwei Jurten ist Glamping möglich und Wasserwanderer können ihre Zelte aufschlagen. Im vorderen Bereich befindet sich ein Haus mit einem großen Raum für Veranstaltungen, Dusche und Toiletten. Gleich daneben ist der kleine Hofladen, in dem es Marmeladen, Liköre und Keramik zu kaufen gibt. Bienen, Gänse, Laufenten und Schafe sind ebenfalls Bewohner des Beerengartens.

   

    

     

   

Im Open-Air-Cafe fanden wir zusammen und tauschten uns zu unterschiedlichen Themen aus. Da ging es um das Pflanzen von Erdbeeren, wofür jetzt im August genau der richtige Zeitpunkt ist. Es wurden die Sorten Senga Sengana, Mieze Schindler, Mieze Nova und Ostara genannt. Als Pflegemaßnahme nach der Ernte ist das Wegschneiden von alten Blättern wichtig, um einen Pilzbefall zu verhindern. Da ist so manch ein Gärtner auch schon mal mit dem Rasenmäher drüber gegangen, wurde berichtet. Der Pflanzabstand sollte mindestens 40 x 40 cm betragen, 40 x 50-60 cm wäre sogar noch besser. Ob die Erdbeerpflanzen für ein, zwei oder drei Jahre stehen bleiben wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Auf jeden Fall wird der Ertrag mit jedem Jahr geringer. Als Dünger werden Hornspäne, spezielle Erdbeerdünger oder eine Handvoll Terra Preta vermischt mit Gartenerde benutzt.

Ein weiteres Thema waren Erdmieten, um Wurzelgemüse oder Kartoffeln zu überwintern. Dafür finden Waschmaschinentrommeln oder Plastekisten mit Löchern und ausgelegter Gaze, die in die Erde eingelassen werden, Verwendung. Bei der Errichtung einer Erdmiete ist auf Frost- und Feuchtigkeitsschutz zu achten.

Eine neue Erfahrung im vergangenen Winter war die Lagerung von Äpfeln im Schuppen. Trotz Frostgraden haben diese überlebt, mussten dann nur langsam aufgetaut werden und waren dann glatt und schmackhaft.

Petra und Harald rufen zur gemeinsamen Apfelernte in Eden auf. Die Infos dazu gingen per Tauschverteiler und Edenmail raus und sind im EdenerNetz und am Schwarzen Brett zu finden.

 

Unser nächstes Treffen ist am 27. September mit den Themen: Hortus-Garten, Erdkammersirup und Pflanzentausch. Ihr könnt auch gern schon mal überlegen, ob ihr im kommenden Jahr Gastgeber für die Offene Gartenrunde sein möchtet.

Ich wünsche euch eine vielfältige und gute Ernte in euren Gärten sowie viel Freude an der Verarbeitung eurer Früchte. Was ist das dann im Winter für ein Erlebnis, wenn ihr ein Glas öffnet und der pure Sommer daraus duftet, ihr dann den köstlichen Geschmack auf der Zunge und dann das wohlige Gefühl im Magen habt!

Ja, und gönnt euch auch mal eine Ruhepause, legt die Beine hoch und genießt einfach den Spätsommer. Sicher habt ihr auch so ein lauschiges Plätzchen in euren Gärten, so wie dieser hier mit Blick auf die Kremmener Luch-Wiesen.

Viele Grüße von Andreas

   

 

Info zum Kultur & Beeren Garten

In 2011 wurde eine alte Gärtnerei in Kremmen bei Berlin in einer Auktion erstanden. Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurde von 2012 bis 2017 langsam renoviert und ein Beerengarten angelegt. Kultur & Beeren UG wurde 2019 erst als offener Lehr- und Schaugarten gestartet. In 2020-2022 wurde das Gelände vergrößert, startete das sozio-kulturelle Angebot und erfolgte eine Transformation hin zum “Dritten (Kultur-) Ort”.

Kultur & Beeren ist eine eingetragene Nebenerwerbslandwirtschaft. Neben einer kleinen Beerenplantage gibt es verschiedene Nutztiere (Hühner, Gänse, Kaninchen, Schafe, Truthähne) und einen Selbstversorger Garten. Die Produkte werden im eigenen Hofladen verkauft oder in einem Open-Air Café, welches saisonal von Ostern bis Oktober geöffnet hat, verkauft. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober finden sozio-kulturelle Veranstaltungen statt – Lesungen, Schnupperkurse, Yoga, kreative Workshops bis hin zu Comedy, Kabarett und Konzerten.

Quelle: https://zukunftsorte.land/orte/kultur-und-beeren