Rückblick Offene Gartenrunde im September 2023

„Was ist denn heute hier los?“, fragte eine Frau, die am vergangenen Sonntag in Eden unterwegs war. Gegen 15:00 Uhr begegneten ihr immer wieder so einige Frauen und Männer mit Sensen in der Hand.

Ja, da kam an diesem Sonntagnachmittag einiges im Südweg 5 zusammen. Zehn Sensen und doppelt so viele interessierte Gärtnerinnen und Gärtner, mit mehr oder weniger Erfahrungen, die es an diesem Tag wissen wollten.

Nach unserem leckeren Kaffeetrinken legte Dieter auch sogleich los und ließ uns alle an seinem Wissen teilhaben. Er selbst erlernte das Mähen mit der Sense im jugendlichen Alter. Sein Vater zeigte ihm wie es geht. Und das ist mehr als 60 Jahre her. Und noch älter ist die Sense, die er dabeihatte. Mit dieser hat schon sein Großvater gemäht. Das Sensenblatt ist in all den Jahrzehnten schon mächtig schmal geworden, doch mäht sie noch immer tadellos.

Wir erfuhren zunächst, wie die Sense richtig gehalten wird: „Immer schön nah am Körper.“, sagte Dieter und demonstrierte das inmitten unseres Stuhlkreises. Auch sollte nie auf die Spitze des Sensenblattes geguckt werden, sondern auf das gegenüberliegende Ende, nahe am Sensenbaum. „Sonst sticht die Spitze in den Boden“, erklärte unser Lehrmeister. Die Größe einer Sense muss auch zur Körpergröße des Menschen passen, der mit ihr mähen möchte.

Mit einem Schleifstein muss vor und während des Sensens das Sensenblatt geschärft werden, um einen leichten und sauberen Schnitt zu haben. Wenn die Sense dennoch nicht mehr richtig scharf wird, muss das Sensenblatt gedengelt werden. Dengeln ist eine Art Kaltschmieden auf einem kleinen Amboss mit Hilfe eines Hammers. Mit dessen Spitze wird auf die Schnittfläche geschlagen.

Der bewusst natürlich gestaltete Garten unserer Gastgeber bot ausreichend hohes Gras für diverse Übungsschnitte. Überall standen nun fleißige Sensenfrauen und Sensenmänner und versuchten ihr Glück im Schein der Nachmittagssonne. Sehr viel wurde nicht geschafft, denn das Mähen mit der Sense ist auch körperlich anstrengend, besonders wenn noch keine Übung dabei vorhanden ist.

Vielen Dank euch allen. Rhea und Tobias für ihre Gastfreundschaft, Dieter für seine fachmännische Anleitung und allen für das fröhliche und lehrreiche Zusammensein.

In nicht einmal drei Wochen findet unser nächstes Treffen am 15. Oktober bei Uta im Kleistweg 328 statt. Da könnt ihr euch schon auf Karl Foerster und seine Stauden, Gräser und Farne freuen.

Bis dahin viele Grüße von Christiane und Andreas